Grundsätzlich scheint es problematisch, sich als Laie ein Urteil über juristische Abläufe zu erlaube, Deine Einlassung, Claudy, vermischt aber verschiedene Fragestellungen auf unzulässige Art und Weise.
Selbst wenn Deinen Feststellungen von a) bis d) zuzustimmen ist, bleibt unklar, warum die Türkei damit zeigt, dass sie nicht Europa-fähig ist. Das Verhalten und das Aussehen des Mädchens hat nichts mit dem türkischen Staatswesen zu tun. In der Türkei nimmt die Religion außerdem deutlich weniger Einfluss auf die Politik, als z.B. in Deutschland, wo die herrschende Religion sogar einen Verfassungswert darstellt.
f) und g) diskreditieren vielmehr die britische Justiz, denn die türkische. Ebenso werfen sie ein beredtes Licht auf die heuchlerische britische Gesellschaft und den von Dir zurecht kritisierten Umgang mit ihren Kindern.
Die Türkische Justiz verstößt lediglich bedingt gegen internationale Rechtsnormen, da sie, übrigens für alle Beschuldigten, ungewöhnlich lange U-Haftzeiten vorhält.
Keineswegs wäre das in Deutschland anders. Hier werden sogar Menschen, die keiner Straftat beschuldigt werden, über ungewöhnlich lange Zeit in Gefangenschaft gehalten, Familien auseinander gerissen und Menschen psychisch traumatisiert. Das passiert in den international vielfach kritisierten Abschiebesituationen.
Der "Ehrenmordprozess" in Berlin ist juristisch völlig korrekt abgelaufen, es entspricht unserem Rechtssystem, dass für eine Verurteilung ein Schuldnachweis notwendig ist, Dieser lag nur für einen Täter vor, der allerdings entgegen Deiner Aussage wegen Mordes verurteilt wurde.
Im Übrigen höre ich nicht selten auch von Deutschen, die ganze Familien ausrotten, nur weil der bisherige Lebenspartner sich einem anderen Menschen zuwendet.
Auch wenn es nun tatsächlich nicht zum Thema gehört:
Die Steuerbelastung in Deutschland wird ständig reduziert und zwar sowohl für hier verdienende Türken ebenso wie für Deutsche, Briten und alle anderen gleichermaßen. Nebenbei halte ich die Verallgemeinerung auf "die Türken" als Rückschluss aus diesem Prozessgeschehen schlicht für indiskutablen Unsinn.
Nichts für ungut. ... philosophus essisses
Oya
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